Bernhard Stäblein zählte im Jahr 1882 zu den wenigen Siebmachern in Hannover. In seinem kleinen Betrieb entstanden in Handarbeit Drahtsiebe aller Art. Wenn nach emsiger Arbeit wieder einmal ein großer Posten Siebe fertiggestellt war, gingen die Hausierer über Land und verkauften die Produktion an Landwirte und Eisengießereien. Davon schloss sich Bernhard Stäblein selbst nicht aus, spannte Pferd und Wagen an und zog übers Land, um nebenher auch noch an Ort und Stelle Siebe zu reparieren. Man brauchte sie zum Säubern des Getreides und zur Gewinnung feinen Sandes für den Eisenguss.

Das ging so bis kurz vor den ersten Weltkrieg. Als dann Zäune aus Drahtgeflecht in Mode kamen, beschäftigte sich der hannoversche Siebmacher Stäblein wie auch seine Zunftkollegen mit der Herstellung von Drahtgeflechten. Man schaffte sich nun unter der Leitung von Wilhelm Stäblein eine eiserne "Schnecke" an, die den Draht zu Spiralen schlug, die dann mit der Hand ziemlich zeitraubend zu einem Drahtgeflecht verbunden wurden. Heute würde man auf diese Weise den starken Bedarf an Drahtgeflechten in verschiedenen Maschengrößen und Drahtstärken zum Einfrieden von Sportplätzen und Pflanzungen, Kleingärten und Grünanlagen keineswegs decken können. Denn viele Faktoren, darunter hohe Lebensdauer, Lichtdurchlässigkeit, Raum und Kostenersparnis, sowie größerer Abgrenzungsschutz, haben den Drahtzaun zur beliebten und praktischen Einfriedungsart werden lassen.

Und so hämmern und stampfen jetzt teilweise vollautomatische Maschinen und fügen den Draht zu Geflechten. Zur Drahtzaunanlage gehören gleichzeitig auch passend Türen und Tore, in Eisenkonstruktion selbst gefertigt. Aus der Siebmacherei Stäblein wurde die Drahtflechterei und Zaunfabrik, deren "Kind" der Zierzaun wurde, ein Wellengitter mit senk- und waagerechten Drahtstäben in Verbindung mit Eisenkonstruktionen, für Torbespannungen und Schutzgitter gedacht.

Die Montage von Draht und "Wellengitter" kam zwischenzeitlich hinzu, so das man sehr gut ausgelastet war. Der 2. Weltkrieg setzte der positiven Entwicklung des Handwerkbetriebes ein vorläufiges Ende. Luftangriffe zerstörten mehrfach die Werkstatt, zuletzt bis auf die Grundmauern.

Jedoch gaben die "Stäbleins", geführt von Hans Brase, nicht auf. Mit Engagement und Fleiß wurde die Werkstatt wieder aufgebaut. Nachdem bisher fast ausschließlich im Drahtzaunbereich mit zugehöriger Schlosserei, Tore aller Art hergestellt wurden, kam in den 50er Jahren die Bauschlosserei hinzu. Nun wurden Treppengeländer und Balkonkonstruktionen aller Art in Serie gefertigt und montiert.

Durch die Entstehung des Schnellstraßennetzes wenige Jahre später, öffnete sich ein neues Betätigungsfeld. Neben den bisher gefertigten, bis 4 Meter hohen Tenniszäunen, benötigte man nun Ballfangzäune zum Schutze des Verkehrs. Hier leistete die Firma Stäblein Pionierarbeit und erstellte als erste hannoversche Zaunfirma einen 10 Meter hohen Ballfangzaun (Arminia Hannover- der Zaun steht noch heute, seit über 45 Jahren!).

Die Räumlichkeiten wurden zu klein und man beschloss nach Badenstedt zu ziehen, wo eine moderne freitragende Werkhalle mit Büroteil errichtet wurde. Der mittlerweile neue Inhaber, Hans Joachim Brase, nahm nun auch die Montage von Holzzäunen mit in die Produktpalette mit auf. Gefertigt wurden von nun an auch im Betrieb selbst hergestellte Stabgittertore und Türen sowie Schiebetore.

Als gegen Ende des letzten Jahrtausends Dieter Büring die Leitung der Firma übernahm, kamen Kunststoff- und Aluminiumzäune hinzu. Auch wurden mittlerweile Dreh- und Schiebetor-Antriebe montiert. Hin und wieder wurden auch auf Kundenwunsch, Garagentore mit und ohne Antrieb eingebaut.

Dann kam das bittere Ende: Die allgemeine Wirtschaftsflaute zwang den Betrieb in die Knie. Einen Monat später, nach einem gewaltigen Kraftakt konnte Markus Vogt die Gebäude pachten und die "Insolvenz Masse" aufkaufen, so dass der Betrieb seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Was auf jeden Fall bleibt ist die Tradition, saubere handwerkliche Arbeit zu liefern und die Gewissheit die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen. Im Jahr 2013 wurde der Betrieb schließlich von der Einzelfirma in eine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ umfirmiert.

Am 1. August 2015 trat Kevin Vogt in den Väterlichen Betrieb ein mit dem Hintergedanken das er den Betrieb in der 7. Generation weiter führen wird. 2017 dann, nach einem traurigen Anlass (Hans Joachim Brase war verstorben) der Erwerb des Grundstückes inkl. Gebäuden durch Claudia und Markus Vogt.

Mitte 2018-19 wurden dann nach und nach alle alten Transporter aussortiert und neue Transporter mit Doppelkabine angeschafft. Brauchte man früher nur zwei Zangen, einen Spaten, eine Schaufel, eine Brechstange und eine Wasserwage so muss heutzutage durch die enorme Vielfalt der Zaunanlagen und Aufgaben wesentlich mehr Werkzeug mitgenommen werden. Dank der Doppelkabinen, die reichliche Platz bieten, ist es nun möglich die Werkzeuge trocken zu lagern und alles übersichtlich und stehts Griffbereit zu haben.

Was für unsere Kunden aber immer bleibt ist große "S", das heute wie auch vor über 135 Jahren für Qualität bürgt!